Berufsbildungszentrum in Kinshasa

Elvire ist 24jährig und hat das Modul "Einführung in die Informatik" am Berufsbildungszentrum der Focol besucht.

«Ich habe Vertrauen in diese Bildungseinrichtung. Die Leitung ist seriös und ehrlich».

Elvire hat konkrete Pläne für die Zukunft: «Ich möchte mein eigenes Unternehmen im IT-Bereich gründen, zum Beispiel ein Cybercafé, in dem Informatikdienstleistungen erbracht werden.»

Auch wenn das Berufsbildungszentrum erst zur Hälfte fertiggestellt ist (zwei Etagen von geplanten vier), werden bereits zirka 80 Lernende pro Jahr in vier Berufsrichtungen ausgebildet:

Coupe et couture (Bekleidungsgestaltung, Bild)
Esthetique (Coiffure und Kosmetik)
Informatik-Grundkenntnisse
Hotellerie/Gastronomie

Zudem werden Französisch und Englisch unterrichtet.

Aktuell finanziert La Colombe Suisse die Löhne der Schulleitung und der Lehrpersonen. Das Grundstück an einer grossen Verbindungsstrasse By-pass im Mont Ngafula-Quartier in Kinshasa konnte die Focol 2012 mit Gelder aus der Schweiz kaufen. Darauf entstand dann bis 2020 in zwei Etappen das heutige Berufsbildungszentrum. Nebst den Ausbildungen werden dort auch Informatikdienstleistungen, ein Café Chrétien, ein Bekleidungsatelier und eine Finanzdienstleistung angesiedelt. Für den weiteren Ausbau bestehen Pläne, aber es fehlt noch das Geld.

Dank einer Spende von Unico Data Münsingen und der
Gewerblich Industriellen Berufsfachschule gibb Bern konnten wir 2023 acht Laptops für den Berufsschulunterricht übergeben.

Landschule in Vunda

Anna Kaluseyiko stammt ebenfalls aus der Familie Neves. Sie ist die ältere Schwester von Gilchrist. Sie und ihr Mann Ravy haben zirka drei Autostunden von Kinshasa entfernt in Vunda eine Schule für 1. bis 4. Klässler gegründet. Die Kinder würden ohne diese Schule keine Bildung bekommen, da die nächste Schule 7 Kilometer zu Fuss durch unwegsames Gelände entfernt ist.

Mit der Unterstützung von La Colombe Suisse konnte die Focol 14 ha Land kaufen und ein kleines Schulgebäude errichten.

Aktuell werden die Lehrerlöhne über Spenden finanziert, da die Schule zwar den staatlichen Lehrplan einhält aber noch keine Unterstützung bekommt. Anna und Ravy leiten die Schule ehrenamtlich, obwohl sie ebenfalls kaum genügend zum Leben haben:

«Die Bildung der Kinder ist für uns eine Berufung. Wir unterhalten diese Schule aus sozialen Gründen. Da die nächste Schule zu weit entfernt ist, würden die Kinder auf Bildung verzichten.»

Ravy und Anna hoffen, dass sie für die Kinder Perspektiven schaffen und ein Tor zu einer besseren Zukunft öffnen können.

2010 konnte die Focol mit Unterstützung aus der Schweiz einen Landwirtschaftsbetrieb von

33 Hektaren

kaufen und das Centre Agricole La Colombe errichten. Der Betrieb ist in Kisimbula, nahe Kasangula und zirka 40 km südlich von Kinshasa. Die Landwirtschaft ist eine wichtige Einnahmequelle für die Berufsschule. Auf dem Landwirtschaftsbetrieb sind nebst dem Leiter acht Festangestellte und sechs bis zehn Teilzeitarbeitskräfte tätig. Zusätzlich werden acht Lernende in der Praxis ausgebildet. Ziel ist es, auf dem Landwirtschaftsbetrieb auch schulische Inhalte zu vermitteln, dazu müssen aber die Gebäude erweitert werden. 

 

Nebst Maniok, Mais und Erdnüssen wird eine breite Palette von Gemüsekulturen angebaut: Amaranth, Sauerampfer, Süsskartoffeln, Tomaten, Auberginen, Peperoni, scharfe Chilischotten und Okra. Auch Obst- und Fruchtkulturen gedeihen gut: Avocado, Mango, Kokospalmen, Papaya, Bananen. Im Palmenhain wird Palmöl gewonnen. Neu wurde eine halbe Hektare Ananas angebaut.

 

Schweinezucht und -mast und Hühnerhaltung mit Eierproduktion ergänzen die Gemüse und Obst. Zudem wurden 2023 Fischteiche gebaut. Allerdings hatte der Landwirtschaftsbetrieb grosses Pech: die Schweine- und Hühnerpest in der Region führte zu einem totalen Zusammenbruch dieser beiden Betriebszweige. Nun braucht es wieder Aufbauarbeit. 

Landwirtschaftsbetrieb mit Berufsbildung 

Arbeiterinnen vom Landwirtschaftsbetrieb haben teilweise Fussmärsche von bis zu anderthalb Stunden. Daher möchte die Fondation La Colombe eine Brücke über ein Flüsschen bauen, damit die Arbeiterinnen auch in der Regenzeit transportiert werden können. Doch diese Brücke wird im Moment durch Korruption eines Nachbars verhindert.

Landwirtschaftsbetrieb Fondation La Colombe, mit Hühnerhaltung, Schweinehaltung, Fischteichen, einem Betriebsgebäude und einem Guesthouse.  

Maniok ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel. Die Wurzel wird geschält und an der Sonne getrocknet, danach weiterverarbeitet.